Praktische Tipps & Wissen
Unser Glossar für Klima & Kühlung
In unserem Glossar finden Sie die wichtigsten Begriffe aus der Klima- und Kältetechnik einfach erklärt – verständlich für Einsteiger und hilfreich für Profis.
A
Anlaufkondensator
Ein Anlaufkondensator ist ein elektrisches Bauelement zur kurzzeitigen Erhöhung des
Anlaufdrehmoments bei einphasigen Asynchronmotoren in der Kälte- und Klimatechnik,
insbesondere bei schwer anlaufenden Verdichtern. Er wird ausschließlich während der Anlaufphase
des Motors zugeschaltet.
Aufgrund seiner im Vergleich zum Betriebskondensator deutlich höheren Kapazität erzeugt der
Anlaufkondensator eine starke Phasenverschiebung zwischen Haupt- und Hilfswicklung, wodurch ein
hohes Startdrehmoment erreicht wird. Die Zuschaltung und Abschaltung erfolgt über Anlaufrelais,
Fliehkraftschalter oder elektronische Startsysteme.
Anlaufkondensatoren sind nicht für den Dauerbetrieb geeignet. Typische Fehlerbilder sind
ausbleibender Motoranlauf, Brummgeräusche sowie das Auslösen von Motorschutz- oder
Überstromschutzeinrichtungen.
Anschlussspannung
Die Anschlussspannung gibt an, mit welcher elektrischen Spannung (Volt „V“), elektronische Geräte
betrieben werden. Als europäischer Standard gilt eine Spannung von 230V. Wobei hier eine
Abweichung von +/- 10% zulässig ist, damit ältere Geräte weiterhin betrieben werden können. Diese
sind mit 220V bzw. 240V gekennzeichnet. Weiterhin gibt es höhere Spannungen von 400V für
Lastintensivere Geräte.
Außenmaß
Kältedichtungen werden an Kühlmöbeln, Kühl- und Tiefkühlzellen eingesetzt, um Luft- und
Kälteverluste zu verhindern. Dichtungen gibt als Meterware bzw. sehr oft als geschweißten Rahmen.
Das Außenmaß bezeichnet die äußerste Abmessung des Rahmens einer Dichtung. Es ist sehr wichtig,
dass der Rahmen das richtige Maß und die Dichtung die richtige Höhe hat, da sie den Druck auf die
Türdichtung, die Kompression beim Schließen und damit die Luftdichtheit und Energieeffizienz der
Kühlzelle bzw. des Kühlmöbels beeinflusst. Ein falsches Außenmaß bewirkt, dass die Dichtung nicht
optimal abdichtet und evtl. absteht bzw. bei Magnetdichtungen der Magnet nicht an der dafür
vorgesehenen Stelle sitz. Neben dem Außenmaß sollte bei sogenannten Steckdichtungen mit dem
Steckmaß gemessen werden.
B
Betriebskondensator
Ein Betriebskondensator ist ein elektrisches Bauteil, das bei einphasigen Wechselstrommotoren
eingesetzt wird, z. B. in Verdichtern, Ventilatoren oder Pumpen. Der Kondensator ist dauerhaft im
Stromkreis der Hilfswicklung eingebunden. Er erzeugt ein künstliches Drehfeld, das den Anlauf des
Motors ermöglicht und einen ruhigen, effizienten Dauerbetrieb sicherstellt. Der Betriebskondensator
verbessert das Drehmoment, senkt die Stromaufnahme und reduziert Vibrationen sowie
Motorerwärmung. Kondensatorkapazitäten werden in Mikrofarad (µF) angegeben.
Betriebskondensatoren sind für den Dauerbetrieb ausgelegt und besitzen im Vergleich zu
Anlaufkondensatoren geringere Kapazitäten. Typische Störungen äußern sich in Anlaufproblemen
oder unruhigem Motorlauf. Ein Defekt führt häufig dazu, dass der Motor nicht anläuft, nur brummt
oder durch Überlastschutz abschaltet.
Wartungstipp: Kondensator bei Motorproblemen mitprüfen – ist oft die Ursache!
C
CSIR
CSIR steht für „Capacitor Start – Induction Run“ und bezeichnet damit die Anlaufart eines
einphasigen Kompressormotors. Neben dem CSR handelt es sich um die gängigste Anlaufart bei
Kompressoren. Beim CSIR wird von einem sogenannten Leichtanlauf mit Anlaufkondensator, aber
ohne Betriebskondensator gesprochen. Zu den elektrischen Komponenten zählen
Anlaufkondensator, Anlaufrelais und Thermalschutz (Klixon). Im Vergleich zum RSIR hat er ein
höheres Anlaufmoment. Neben dem CSR und RSIR gibt es noch den PSC als weitere Anlaufart.
CSR
CSR steht für „Capacitor Start – Capacitor Run“ und bezeichnet damit die Anlaufart eines einphasigen
Kompressormotors. Neben dem CSIR handelt es sich um die gängige Anlaufart bei Kompressoren. Zu
den elektrischen Komponenten zählen Anlaufkondensator, Betriebskondensator, Anlaufrelais und
Thermoschutz (Klixon). Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Schweranlauf mit hoher
Effizienz, da der Betrieb mit zwei Kondensatoren erfolgt: einem für den Start und einem für den
Dauerlauf. Weitere Anlaufarten sind RSIR und PSC.
D
Drückend
Die Bezeichnung „drückend“ bezieht sich auf die Ausblasrichtung bei Lüftern bzw. Lüfterrädern.
Dabei wird Luft über die Motorseite von der Lüftereinheit angesaugt und durch das Lüfterrad sowie
den Wärmetauscher hindurchgedrückt. Es entsteht ein höherer Luftdruck, was für "tiefe" Register
besser ist. Neben drückenden gibt es auch saugende Lüftereinheiten.
G
Gemini
s. Ölausgleich-Anschluss
H
Halbhermetisch
Die Bezeichnung „halbhermetisch“ bezieht sich auf die Bauart eines Kompressors. Es wird zwischen
halbhermetischen und vollhermetischen Kompressoren unterschieden. Bei einem halbhermetischen
Kompressor ist das Gehäuse verschraubt und kann geöffnet werden. Der Motor sitzt meistens im
gleichen Gehäuse wie der Verdichter, dadurch ist eine Wartung und ein Austausch von Einzelteilen
möglich. Halbhermetische Kompressoren sind überwiegend Hubkolben- oder
Schraubenkompressoren sowie Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter.
HBP
HBP steht für „High Back Pressure“ und beschreibt den Anwendungsbereich von Kompressoren,
Verflüssigungssätzen und Kälteerzeugern. Geräte aus dem HBP-Bereich werden im Hochdruckbereich
für hohe Verdampfungstemperaturen ausgelegt (high systems) und in Kühlern, Entfeuchtern,
Lufttrocknern, Klimaanlagen und Wärmepumpen eingesetzt. Einige Verdichter können in
Abhängigkeit von Kältemittel, Verdampfungstemperatur und Kälteleistung auch Mixbereiche und
Kombinationen aus MBP & HBP und LBP & MBP abbilden.
Hubkolbenverdichter
Ein Hubkolbenverdichter oder -kompressor ist ein Verdränger-Kompressor, der Kältemittel durch die
hin- und hergehende Bewegung eines Kolbens in einem Zylinder verdichtet. Die Verdichtung erfolgt,
indem der Kolben das Gas ansaugt, komprimiert und über ein Druckventil ausstößt.
Hubkolbenkompressoren gehören zu den am weitesten verbreiteten Bauarten in der Kältetechnik.
Sie arbeiten mit einem oder mehreren Zylindern und nutzen Einlass- und Auslassventile zur
Steuerung des Gasflusses. Diese Kompressoren sind robust, servicefreundlich und sowohl
vollhermetisch, halbhermetisch als auch offen erhältlich. Sie eignen sich für ein breites
Leistungsspektrum, von kleinen Kühlanlagen bis zu industriellen Kälteanwendungen, und sind auch
als Zweistufen- oder Mehrstufenausführungen verfügbar, insbesondere für Tieftemperaturbereiche.
Kurzmerkmale:
- Verdränger-Prinzip mit Kolben-Zylinder-System
- Hohe Druckverhältnisse und breite Einsatzgrenzen
- Gute Servicefähigkeit (vor allem halbhermetisch/offen)
- Vielseitig: von Gewerbe- bis Industriekälte
Neben Hubkolbenverdichtern wird – je nach Bauart – auch in Rollkolben-, Kleinhubkolben-, Scroll-,
Schraubenverdichter und Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter unterschieden.
Hubvolumen
Das Hubvolumen (engl. Displacement) ist die Menge an Gas, die ein Kompressor-Kolben bei jeder
Bewegung theoretisch ansaugt und weiterdrückt. Es wird meist in cm³ gemessen. Daraus resultiert
der Hubvolumenstrom (Luftmenge pro Zeit (z. B. l/min), den ein Kompressor ansaugen kann,
basierend auf dem Hubvolumen und der Drehzahl.
Ein größeres Hubvolumen bedeutet:
- der Kompressor kann mehr Gas bewegen
- und damit mehr Kälteleistung erzeugen.
Wichtig:
Das Hubvolumen ist nicht gleich der tatsächlichen Fördermenge. Wie viel Gas der Kompressor
wirklich bewegt, hängt von Druckverhältnissen, Ventilverlusten, Rückströmungen und der Drehzahl
ab.
K
Kleinhubkolbenverdichter
Ein Kleinhubkolbenverdichter ist ein kompakter, vollhermetischer Hubkolbenverdichter, der mit
kleinem Hubvolumen pro Kolbenhub arbeitet. Durch seine Bauweise eignet er sich besonders für
kleine bis mittlere Kälteleistungen und Anwendungen, bei denen ein zuverlässiger, einfacher und
kosteneffizienter Betrieb im Vordergrund steht.
Trotz ihrer geringen Größe liefern Kleinhubkolbenverdichter eine stabile Leistung, sind robust,
wartungsfreundlich und in vielen Bereichen einsetzbar – zum Beispiel in Kühlmöbeln, kleinen
Gewerbekälteanlagen oder in Klimatisierungssystemen.
Neben Kleinhubkolbenverdichtern wird – je nach Bauart – auch in Rollkolben-, Hubkolben-, Scroll-,
Schraubenverdichter und Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter unterschieden.
Kompressor
Ein Kompressor oder Verdichter ist eine zentrale Komponente einer Kältemaschine oder Klimaanlage,
die das Kältemittel verdichtet und dadurch den Kältekreislauf in Gang setzt. Durch die Verdichtung
erhöht der Kompressor Druck und Temperatur des gasförmigen Kältemittels, macht es flüssig bevor
es im Verdampfer expandiert und dadurch Kälte erzeugt. Der Kompressor sorgt dafür, dass das
Kältemittel durch den Kreislauf transportiert wird und ermöglicht die Wärmeabgabe im Verdampfer.
Ihrer Bauart nach werden Kompressoren in voll- und halbhermetisch unterteilt.
Vollhermetisch:
- Scrollverdichter
- Rollkolbenverdichter
- Kleinhubkolbenverdichter
Halbhermetisch:
- Hubkolbenverdichter
- Schraubenverdicher
- Zwi-Stufen-Hubkolbenverdichter
Kälteleistung
Die Kälteleistung bezeichnet die Energiemenge, die ein Kühlsystem während eines Abkühlprozesses
überträgt. Sie dient als Maß dafür, wie viel Wärme einem Medium pro Zeit entzogen wird.
Angegeben wird sie in der Regel in Watt (W), seltener in Joule (J).
Berechnet wird die Kälteleistung aus der Änderung der Energie, die während des Kühlvorgangs
übertragen wird. Sie ist ein zentraler Parameter zur Bewertung der Effizienz von Kühlsystemen zur
Dimensionierung von Klimaanlagen, Kühlschränken und anderen Kälteanlagen. Sie ermöglicht zudem
den Vergleich der Leistungsfähigkeit verschiedener Anlagen. Eine höhere Kälteleistung weist
üblicherweise auf eine größere übertragene Energiemenge pro Zeiteinheit hin – und damit auf eine
größere Kühlfähigkeit des Gerätes. Die Kälteleistung kann nur in Abhängigkeit vom Kältemittel und
der Verdampfungstemperatur angegeben werden!
Ein Beispiel: Ein Kühlraum soll mit dem Kältemittel R134a betrieben und auf 0°C runtergekühlt
werden. Die Auslegung ergab ein Kältebedarf von 1kW. Gesucht wird somit ein Verflüssigungssatz,
mit 1 kW Kälteleistung bei -8°C / -10°C Verdampfungstemperatur (immer ca. 7 bis 10K niedriger als
die Kühlraumtemperatur). Nur durch die Angabe der Verdampfungstemperatur kann ein
Verflüssigungssatz mit der richtigen Kälteleistung bestimmt werden.
L
LBP
LBP steht für „Low Back Pressure“ und beschreibt den Anwendungsbereich von Kompressoren,
Verflüssigungssätzen und Kühlaggregaten. Geräte aus dem LBP-Bereich sind für niedrige
Verdampfungstemperaturen ausgelegt und werden in im Niederdruckbereich in der Tiefkühlung
(Gefriertruhen, Tiefkühlschränke und Konservierungsgeräte) mit einer Verdampfungstemperatur von
ca. -45 °C bis -10 °C eingesetzt. Typische Anwendungen sind Tiefkühlzellen, Tiefkühlräume,
Tiefkühlschränke und Eislagerräume. Einige Geräte können in Abhängigkeit von Kältemittel,
Verdampfungstemperatur und Kälteleistung auch Mixbereiche und Kombinationen aus MBP & HBP
und LBP & MBP abbilden.
Luftführung
In der Kühltechnik gibt es zwei Haupt-Luftführungen für Lüftereinheiten: drückend (Ventilator vor
dem Wärmetauscher, drückt die Luft über Lüftermotor in Richtung Lüfterflügel hindurch)
und saugend (Ventilator nach dem Wärmetauscher, zieht über das Lüfterrad und dann über den
Motor die Luft an).
Luftmenge
Die Luftmenge – auch Volumenstrom genannt – gibt an, wie viel Luft das Gebläse eines Ventilators
oder einer Lüftereinheit pro Stunde in m³/h fördert. Sie ist abhängig von der Drehzahl, Flügelgröße,
Bauart und dem Gegendruck. Die richtige Luftmenge ist essenziell, da zu wenig Luft eine schlechte
Wärmeabgabe bedeutet und zu Druckproblemen bzw. Vereisung führen kann, während zu viel Luft
einen unnötigen Stromverbrauch bedeutet.
Lötanschluss
Der Lötanschluss zählt neben dem Rotalock-Anschluss (Schraubanschluss) zu einer von zwei
möglichen Anschlussarten bei Kompressoren. Dabei werden die Rohrleitungen direkt an die
Anschlussstutzen des Kompressors angelötet. Zu den Vorteilen zählt die direkte und feste
Verbindung. Vorsicht ist geboten beim Löten und Austausch bei brennbaren Kältemitteln. Ein
sachgemäßer Umgang durch den Kältetechniker und die Berücksichtigung von
Sicherheitsmaßnahmen ist unbedingt notwendig.
M
MBP
MBP steht für „Medium Back Pressure“ und beschreibt den Anwendungsbereich von Kompressoren,
Verflüssigungssätzen und Kühlaggregaten. Geräte aus dem MBP-Bereich werden im
Mitteldruckbereich oft in der Normalkühlung mit einer Verdampfungstemperatur von ca. -10 °C bis
+5 °C eingesetzt. Dabei ist der Temperaturbereich nur eine grobe Angabe, da er je nach Kältemittel
stark variieren kann. Typische Anwendungen sind NK-Kühlzellen bzw. Kühlräume, Kühltheken,
Getränkekühler oder Selbstbedienungstheken. Einige Geräte können in Abhängigkeit von Kältemittel,
Verdampfungstemperatur und Kälteleistung auch Mixbereiche und Kombinationen aus MBP & HBP
und LBP & MBP abbilden.
N
NTC-Fühler
NTC-Fühler oder auch NTC-Widerstände sind thermosensitive Bauelemente, bei welchen der
Widerstand im Vergleich zu PTC-Fühlern mit zunehmender Temperatur abnimmt. Durch diese
Eigenschaft sind NTC-Fühler ideal, wenn es um präzise Temperaturmessungen geht.
O
Ölausgleich-Anschluss
Der Ölausgleich-Anschluss (bei Embraco Kompressoren wird von Gemini-Ausführung gesprochen)
zählt neben Saug- und Druck- bzw. Serviceanschluss eines Verdichters zu einer möglichen
Anschlussart bei Kompressoren. Der Anschluss ist für einen parallelen Betrieb zweier (oder mehrerer)
baugleicher Verdichter konzipiert und notwendig. Über eine speziell vorgesehene Ölausgleichsleitung
werden die Ölbehältnisse der Verdichter hydraulisch verbunden. Voraussetzung ist, dass beide
Verdichter gleich aufgebaut, auf gleicher Grundplatte, waagerecht und auf identischer Höhe montiert
sind. Die Leitung darf nicht steigend geführt und muss flexibel genug sein, um
Kompressorbewegungen auszugleichen. Nur so bleibt der Ölstand in beiden Verdichtern gleichmäßig
und ein zuverlässiger Öltransport wird gewährleistet.
Zweck:
Sicherstellung einer gleichmäßigen Ölversorgung im Parallelbetrieb um Schmierung und
Betriebssicherheit zu gewährleisten.
Wichtig:
Der Einsatz darf nur mit freigegebenen, baugleichen Kompressoren und gemäß Hersteller-Montagerichtlinien erfolgen. Falsche Montage oder Kombination unterschiedlicher Typen führt zum Ausfall des Ölgleichgewichts.
P
Polzahl
Die Polzahl eines Elektromotors beschreibt die Anzahl seiner magnetischen Pole (Nord- und Südpol),
die als Paare auftreten, und bestimmt maßgeblich dessen Drehzahl und Drehmoment: Eine höhere
Polzahl führt zu mehr Drehmoment bei niedrigerer Drehzahl, während eine geringere
Polzahl eine höhere Drehzahl bei weniger Drehmoment bedeutet. Sie wird durch die Wicklung im
Stator erzeugt und ist entscheidend für die Synchron-Drehzahl, die sich aus Netzfrequenz und
Polpaarzahl berechnet (z.B. bei 50 Hz: 3000 U/min für ein Polpaar, 1500 U/min für zwei
Polpaare). Die Polzahl eines Elektromotors bestimmt, wie schnell sich der Lüfter dreht. Typische Drehzahlen bei 50 Hz Anwendungen und ihre Unterschiede sind bspw.:
- 2-polig ca. 2800 U/min Hoher Luftdurchsatz, lauter, kurze Bauform
- 4-polig ca. 1400 U/min Standard bei Kondensatoren & Verdampfern
- 6-polig ca. 900 U/min Leiser Betrieb, weniger Luftdruck
- 8-polig ca. 700 U/min Sehr leise, geringe Luftleistung
Grundsätzlich gilt: Je höher die Polzahl, desto langsamer & leiser der Motor – aber auch weniger
Luftdruck. Die Wahl der Polzahl hängt von der Anwendung ab (z.B. 2-polige Motoren für hohe
Drehzahlen, mehrpolige für hohe Drehmomente).
PSC
PSC steht für „Permanent Split Capacitor“ und bezeichnet damit die Anlaufart eines einphasigen
Kompressormotors. Es handelt sich hierbei um einen dauerhaft eingeschalteten
Betriebskondensator. PSC-Motoren bieten eine einfache, leise Lösung. Zu den weiteren Anlaufarten
gehören CSIR, CSR und RSIR.
PTC
PTC-Fühler oder auch PTC-Widerstände sind thermosensitive Bauelemente, bei welchen der
Widerstand im Vergleich zu NTC-Fühlern mit zunehmender Temperatur steigt. Dadurch sind sie
besonders nützlich, wenn man Überhitzung verhindern möchte.
R
Rollkolbenverdichter
Anders als beim Hubkolbenverdichter ist beim vollhermetischen Rollkolbenverdichter ein drehender
Kolben verbaut, mit dessen Hilfe Gase wie Kältemittel verdichtet werden. Dieser exzentrisch
montierte Kolben teilt den Arbeitsraum in mindestens zwei Bereiche. Während in einem Raum das
Kältemittel eingesaugt wird, wird es im anderen Raum komprimiert. Durch die hohe Leistungsdichte
und Robustheit werden diese u.a. in Klimaanlagen, Wärmepumpen und Transportkühlungen genutzt.
Neben Rollkolbenverdichtern wird – je nach Bauart – auch in Hubkolben-, Kleinhubkolben-, Scroll-,
Schraubenverdichter und Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter unterschieden.
Rotalock-Anschluss
Der Rotalock-Anschluss (Schraubanschluss) zählt neben dem Lötanschluss zu den meistbenutzten
Anschlussarten bei Kompressoren. Es handelt sich hierbei um einen Schraubanschluss, bei dem ein
Rotalockventil mit Dichtung angeschraubt wird. Die Rohrleitung kann am Rotalock-Ventil entweder
gelötet oder mit einer Überwurfmutter befestigt werden.
RSIR
RSIR steht für „Resistive Start – Induction Run“ und bezeichnet damit die Anlaufart eines einphasigen
Kompressormotors. Es handelt sich um einen einfachen Einphasenmotor mit Anlaufwicklung und
Anlaufwiderstand ohne Anlaufkondensator. Er wird häufig in hermetischen Kühlkompressoren (z. B.
in Kühlschränken) verwendet, um den Anlaufstrom zu begrenzen und einen effizienten Betrieb zu
ermöglichen, da nur eine Hauptwicklung und eine kurzzeitig genutzte Anlaufwicklung vorhanden
sind. Weitere Anlaufarten sind CSIR, CSR, und PSC.
S
Saugend
Die Bezeichnung „saugend“ bezieht sich auf die Ausblasrichtung bei Lüftern. Dabei wird Luft durch
das Register angesaugt (vom Lüfterrad Richtung Motor). Saugende Lüfter sind oft leiser und daher
besser für geräuschempfindliche Umgebungen. Alternativ kann ein drückender Lüfter zum Einsatz
kommen.
Schraubenverdichter
Ein Schraubenverdichter ist ein halbhermetischer Kompressor bei dem anstelle von Kolben zwei
gegenläufige ineinandergreifende Schrauben, welche die Kältemittel durch Rotation im Gehäuse
transportieren und komprimieren.
Neben Schraubenverdichtern wird – je nach Bauart – auch in Rollkolben-, Kleinhubkolben-,
Hubkolben-, Scrollverdichter und Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter unterschieden.
Scrollverdichter
Ein Scrollverdichter ist ein hocheffizienter, vollhermetischer Kältemittelverdichter, der mit zwei
spiralförmigen Scheiben („Scrolls“) arbeitet. Eine Scheibe steht fest, die andere bewegt sich in einer
kreisförmigen Bahn. Die Spiralen selbst haben einen minimalen Abstand zueinander, was eine ölfreie
Kompression möglich machen kann. Durch diese Bewegung wird das Kältemittel besonders ruhig,
gleichmäßig und effizient verdichtet. Neben Scrollverdichtern wird – je nach Bauart – auch in Rollkolben-, Kleinhubkolben-, Hubkolben-, Schraubenverdichter und Zwei-Stufen Hubkolbenverdichter unterschieden.
Steckmaß
Kältedichtungen werden an Kühl- und Tiefkühlzellen eingesetzt, um Luft- und Kälteverluste zu
verhindern. Bei geschweißten Rahmendichtungen mit Steckprofilen (mit eine Stecknase unten) wird
das Steckmaß benötigt, um den Rahmen passend für die dafür vorgesehene Nut in der Tür, in die die
Dichtung gesteckt wird, zu fertigen. Ein falsches Steckmaß bewirkt, dass der Dichtungsrahmen zu
klein oder zu groß gefertigt wird und der Einbau nicht möglich ist. Das Steckmaß ist ausschließlich für
Steckdichtungen relevant, alle anderen Dichtungen werden mit dem Außenmaß gemessen.
Steigend
Steigende und nicht-steigende Scharniere beschreiben die Bewegungsbahn des Türblatts beim
Öffnen und Schließen von Kühlzellen- oder Tiefkühllagertüren.
Steigendes Scharnier:
Beim Öffnen der Tür hebt sich das Türblatt leicht nach oben. Dies unterstützt die Abdichtung der
Türdichtung beim Schließen, verhindert Bodenkontakt und erleichtert das Handling schwerer Türen.
Nicht-steigendes Scharnier:
Das Türblatt bleibt während der Bewegung in einer festen horizontalen Ebene. Vorteile sind leichter
Einbau und einfache Justierung, Nachteile können geringerer Dichtungsdruck oder Bodenkontakt bei
schweren Türen sein.
Die Wahl des Scharniertyps beeinflusst Dichtung, Türkomfort und Langlebigkeit der Kühlzelle.
Stromaufnahme
Die Stromaufnahme beschreibt die elektrische Stromstärke, die ein Gerät während des Betriebs aus
dem Stromnetz bezieht. Sie wird in Ampere (A) angegeben.
Je höher die Stromaufnahme, desto mehr elektrische Leistung benötigt das Gerät im Betrieb. Dieser
Wert ist wichtig, um die Belastung von Leitungen, Sicherungen und Komponenten richtig
einzuschätzen und eine sichere, zuverlässige Funktion zu gewährleisten.
T
Türblattstärke
Die Türblattstärke bezeichnet die Dicke des Türblatts einer Kühlzelle oder Tiefkühlraumtür. Sie ist
entscheidend für:
- Wärmedämmung: Dickere Türblätter reduzieren Wärmeverlust und verbessern die
Energieeffizienz der Kühlzelle. - Mechanische Stabilität: Erhöhte Türblattstärke sorgt für höhere Stabilität und längere
Lebensdauer, insbesondere bei schweren Türen. - Schalldämmung und Robustheit: Dickere Türblätter bieten besseren Schutz vor
mechanischen Einwirkungen und reduzieren Geräuschübertragung.
Typische Türblattstärken in Kühl- und Tiefkühlzellen:
- 60-80 mm: Normalkühlung
- 100 mm: TieŅühlung
- >100 mm: Sonderanwendungen oder energieeffiziente Kühlräume
Die Türblattstärke muss in Abstimmung mit Scharnieren, Türrahmen, Dichtungen und Überschlag
gewählt werden, um optimale Abdichtung, Bedienkomfort und Energieeffizienz zu gewährleisten.
Auch der Kühlzellenverschluss muss stets auf die Dicke des Türblatts abgestimmt werden.
U
Überschlag
Der Überschlag bezeichnet die Überlappung des Türblatts mit dem Türrahmen bei Kühlzellen- oder
Tiefkühllagertüren, die durch die Konstruktion des Türscharniers erzeugt wird. Er stellt sicher, dass
beim Schließen der Tür Türblatt, Rahmen und Dichtung korrekt aufeinandertreffen, wodurch eine
saubere Abdichtung gegen Luftaustritt erreicht wird.
Der Überschlag ist entscheidend für:
- Minimierung von Wärmeverlusten
- Energieeffizienz der Kühlzelle
- Langlebigkeit der Türdichtung
Ein zu geringer Überschlag kann zu undichten Türen führen, während ein zu großer Überschlag
Schließprobleme oder übermäßigen Dichtungsverschleiß verursacht.
V
Verdampfungstemperatur
Die Verdampfungstemperatur ist die Temperatur, bei der das Kältemittel im Verdampfer bei einem
bestimmten Druck verdampft, also vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht. Sie ergibt
sich direkt aus dem Sättigungsdruck des verwendeten Kältemittels. Sie hängt von Kältemittel,
Systemdruck, Überhitzung und Belastung des Verdampfers ab.
Verdichter
Siehe Kompressor.
Verflüssiger
Ein Verflüssiger ist eine zentrale Komponente einer Kältemaschine oder Klimaanlage, die das
gasförmige Kältemittel aus dem Verdampfer abkühlt, bevor es wieder in den Verdichter kommt.
Dabei gibt das Kältemittel die aufgenommene Wärme an die Umgebung ab.
Wesentliche Merkmale und Funktionen:
- Das Kältemittel kondensiert im Verflüssiger, d. h. es wechselt vom gasförmigen in den
flüssigen Zustand. - Wärmeabgabe erfolgt über Luft (Luftkondensator) oder Wasser (Wasserkondensator).
- Entscheidend für die Effizienz des Kälte- oder Klimasystems, da die Kondensationstemperatur
und Wärmeübertragung die Arbeitsbelastung des Verdichters beeinflussen.
Der Verflüssiger ist damit das Herzstück der Wärmeabgabe in Kälteanlagen, das das Kältemittel wieder in den flüssigen Zustand überführt.
Verflüssigungssatz
Ein Verflüssigungssatz ist eine vormontierte technische Einheit in Kälte- und Klimaanlagen, die
zentrale Komponenten einer Kältemaschine vereint. Er dient dazu das im Kältekreislauf zirkulierende
Kältemittel zu verdichten, abzukühlen und zu verflüssigen, sodass die aufgenommene Wärme an die
Umgebung abgegeben werden kann.
Typischerweise umfasst ein Verflüssigungssatz folgende Bauteile:
- Kompressor(en)
- Verflüssiger (Kondensator)
- Lüfter für den Kondensator
- Sammler
- Lüfter für den Kondensator
- Je nach Ausstattung HD/ND Druckschalter
Alle Elemente sind auf einem gemeinsamen Rahmen montiert und auf die jeweilige
Kompressorgröße abgestimmt. Diese kompakte Bauweise erleichtert sowohl die Auslegung als auch
die Installation einer Kältemaschine, da die wesentlichen Komponenten nicht einzeln beschafft oder
angepasst werden müssen.
Verflüssigungstemperatur
Die Verflüssigungstemperatur ist die Temperatur, bei der ein gasförmiges Kältemittel unter einem
bestimmten Druck kondensiert, also vom gasförmigen in den flüssigen Zustand übergeht.
Wesentliche Punkte:
- Die Verflüssigungstemperatur hängt direkt vom Druck im Verflüssiger ab: Höherer Druck →
höhere Verflüssigungstemperatur. - Sie liegt in der Regel über der Umgebungstemperatur, damit das Kältemittel die
transportierte Wärme an die Umgebung abgeben kann. - Sie ist ein wichtiger Betriebsparameter, weil sie Auskunft über die Effizienz des Systems gibt.
Eine unnötig hohe Verflüssigungstemperatur führt zu höherem Energieverbrauch des
Verdichters.
Kurz gesagt: Die Verflüssigungstemperatur beschreibt, unter welchen thermodynamischen
Bedingungen das Kältemittel im Verflüssiger die aufgenommene Wärme abgeben und wieder flüssig
werden kann.
Viskosität
Die Viskosität ist ein Maß für die Fließfähigkeit eines Öls, z.B. ISO VG 32, 68 oder 100. Sie bestimmt,
wie leicht ein Öl unter Belastung oder bei bestimmten Temperaturen zwischen beweglichen Teilen
eines Systems fließt.
- Niedrige Zahl → dünnflüssiger, geeignet für kleinere Verdichter oder tiefere Temperaturen.
- Hohe Zahl → dickflüssiger, z. B. bei langsamlaufenden Kolbenverdichtern.
Die richtige Viskosität gewährleistet optimale Schmierung, Energieeffizienz und Lebensdauer von
Kältekompressoren und anderen Anlagenteilen. Sie muss zur Bauart und zum Einsatzbereich des
Kompressors passen. Die Viskosität bzw. die Ölsorte wird bei Kompressoren immer vom jeweiligen
Hersteller vorgegeben.
Vollhermetisch
Der Begriff „vollhermetisch“ bezieht sich auf die Bauart eines Kompressors. Es wird zwischen
vollhermetischen und halbhermetischen Kompressoren unterschieden. Bei einem vollhermetischen
Kompressor sind der Motor und der Verdichter in einem geschlossenen, verschweißten Gehäuse
untergebracht. Zu den Vorteilen gehört die Wartungsfreiheit. Bei einem Defekt ist ein Austausch des
Geräts erforderlich. Zu den vollhermetischen Verdichtern gehören insbesondere Scrollverdichter,
Rollkolbenverdichter und Kleinhubkolbenverdichter.
Typische Anwendung:
- Haushaltskühlgeräte
- kleine Gewerbeanlagen
- Klimaanlagen
- Wärmepumpen
- etc.
Z
Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter
Ein Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter ist ein halbhermetischer Kältemittelverdichter, der das Gas in
zwei aufeinanderfolgende Verdichtungsstufen komprimiert. Dabei besitzt er zwei unterschiedlich
große Zylinder: Der größere Zylinder übernimmt die erste Verdichtung im Niederdruckbereich,
während der kleinere Zylinder das bereits vorverdichtete Kältemittel im Hochdruckbereich weiter
verdichtet.
Durch diese abgestimmte Bauweise arbeitet der Verdichter besonders effizient, reduziert die
thermische Belastung und ermöglicht eine zuverlässige Leistung auch bei tiefen Temperaturen. Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichter kommen häufig in Tiefkühlanlagen, industrieller Prozesskälte und
überall dort zum Einsatz, wo hohe Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit gefragt sind.
Neben Zwei-Stufen-Hubkolbenverdichtern wird – je nach Bauart – auch in Rollkolben-,
Kleinhubkolben-, Hubkolben-, Scroll- und Schraubenverdichter unterschieden.